222.333 Euro für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Mit 222.333 Euro unterstützt die unabhängige Spendenbewegung Deutschland rundet auf das Projekt „Kisiko – Kinder sind kompetent“ des Caritasverbands Mannheim. Drei Monate lang hat die deutsche Bevölkerung Kleinstbeträge gespendetet und so das Spendenziel erreicht. Jetzt kann das Kisiko-Team die Angebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien weiter ausbauen.

„Kisiko verfolgt einen einzigartigen Ansatz, der die Bedürfnisse der Kinder Suchtkranker in den Mittelpunkt stellt. Wir hoffen, dass dieser Ansatz Schule macht und sich deutschlandweit verbreitet“, sagte Sebastian Olschewski, verantwortlich für das Förderprojektmanagement von DEUTSCHLAND RUNDET AUF bei der Scheckübergabe in Mannheim.

Kisiko ist das 21. Förderprojekt, für das Deutschland aufgerundet hat. Es hilft Kindern, deren Eltern alkohol-, medikamenten-, oder drogenabhängig sind. Mit der Spende wird ermöglicht, dass zwei Kindergruppen drei Jahre lang erhalten bleiben und eine neue Kleinkindgruppe für unter 6-Jährige angeboten wird. Darüber hinaus können durch die Spenden in jedem der drei Jahre eine Wochenend- und eine Ferienfreizeit stattfinden. Für die Eltern sollen erstmals ebenfalls eine Freizeit sowie ein 14-tägiger Elterntreff angeboten werden. „Wir freuen uns sehr, die dringende Hilfe für Kinder, die meist im Schatten stehen und vergessen werden, in den nächsten Jahren auf sicherer Grundlage weiterführen und ausbauen zu können“, sagt Dr. Roman Nitsch, Vorstand des Caritasverbands Mannheim.

Die Lebenssituation von Kindern suchtkranker Eltern ist geprägt von Überforderung, Hilfslosigkeit, Angst, Unsicherheit und Scham. Viele Kinder reden mit niemandem über ihre Situation. Sie sind täglich damit konfrontiert, ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen dem Suchtkranken unterzuordnen. Sie erfahren direkte und indirekte Gewalt oder sind Zeuge, sie haben keine verlässlichen Bezugspersonen. Studien zeigen, dass zwei Drittel von ihnen als Erwachsene selbst suchtkrank oder psychisch krank werden.

Das Kisiko-Projekt fördert die Stärken und Kompetenzen der Kinder aus suchtbelasteten Familien, um sie zu stabilisieren und widerstandfähiger zu machen. Gruppenarbeit, Spiele und Gespräche stehen dabei im Mittelpunkt. Überdies wird jeden Sommer eine Freizeit angeboten, bei der es darum geht, Verantwortung abzugeben, Spaß zu haben und Kind zu sein. Begleitend dazu finden Elterngespräche statt. „Wir möchten erreichen, dass die Kinder mit ihrer belastenden Lebenssituation umgehen können. Das hängt wesentlich von den inneren Schutzfaktoren ab“, sagt Caritas-Mitarbeiterin Annett Rönnau, die das Projekt aufgebaut hat und betreut. Die Wirksamkeit von Kisiko hat das unabhängige Analysehaus Phineo mit einem Siegel ausgezeichnet.

Weitere Informationen zu Kisiko

Mit welchen Nöten Kinder suchtkranker Eltern konfrontiert sind, zeigt die Geschichte der achtjährigen Mona.

Tina Beck222.333 Euro für Kinder aus suchtbelasteten Familien