Toleranz kann man lernen

Sie sind Stipendiatinnen und Stipendiaten der START-Stiftung und haben richtig viel vor: Maram Yassin aus Hofheim, Mahwish Iftkhar aus Offenbach, Mahidul Shahjahan aus Frankfurt und Wei-Kang Liu aus Groß-Gerau. Bei der Scheckübergabe anlässlich der DEUTSCHLAND RUNDET AUF-Verdopplungsaktion 2016 in der Frankfurter Kaufland-Filiale, Wächtersbacher Straße, konnten sich unsere Kollegen mit den engagierten Schülerinnen und Schülern austauschen.

Das START-Stipendium ist eine echte Chance, um sich im komplizierten deutschen Bildungssystem zurechtzufinden. Wie habt Ihr von dieser Möglichkeit erfahren?

Maram: Mein Lehrer hat mich nach dem Schulunterricht angesprochen und mir vom START-Programm erzählt.

Mahidul: Ich habe eine große Schwester. Freunde von ihr hatten von dem Stipendium gehört und ihr den Tipp gegeben.

Wei: Mich hat meine Großmutter darauf gestoßen. Das war schon außergewöhnlich, denn sie hat in einer chinesischen Zeitung, die hier in Frankfurt erhältlich ist, über die START-Stiftung gelesen und gleich an mich gedacht.


Die START-Stiftung macht ihren Stipendiatinnen und Stipendiaten unterschiedliche Bildungsangebote, die den regulären Schulunterricht ergänzen. Was hat Euch besonders geholfen?

Mawish: Besonders haben mir Angebote wie das Seminar zur Persönlichkeitsentwicklung oder Rhetorik geholfen. Dadurch habe ich gelernt, vor größeren Gruppen zu sprechen. Das kostet zuerst schon einige Überwindung, aber hilft mir jetzt zum Beispiel auch bei meinem politischen Engagement.

Wei: Ich fand die MINT-Seminare (MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, Anmerkung der Redaktion) faszinierend. Sie haben mir so viele Möglichkeiten aufgezeigt, was ich beruflich später machen könnte. Vielleicht werde ich Astrophysik studieren. Ich überlege mir das aber noch gründlich.

Maram: START ist eine große Familie mit Familienmitgliedern aus aller Welt. Man hat mit einer bunten Vielfalt von Menschen zu tun. Alle haben ihre eigene spannende Geschichte. Ganz unterschiedliche Perspektiven und Weltanschauungen treffen bei START aufeinander. Ich habe unglaublich viele wertvolle Denkanstöße durch den Austausch mit den Anderen mitgenommen und viel über ihre Interessen gelernt und die Wege, wie sie sich für andere in ihrem Umfeld engagieren. Auf den START-Treffen habe ich auch Stipendiaten aus anderen Bundesländern kennengelernt – jetzt habe ich auch dort Anlaufpunkte.


Was können wir alle uns von der START-Stiftung abschauen?

Mahidul: Auf jeden Fall tolerant gegenüber Anderen zu sein, Verständnis für andere Menschen und Meinungen zu entwickeln. Denn ohne Toleranz geht es nicht. Und das kann man bis zu einem gewissen Grad tatsächlich lernen – auch etwas, was START befördert.

Wei: Man kann selbst einmal ausprobieren, einfach mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Und nicht gleich eine abschließende Meinung des Gegenübers aufgrund von Äußerlichkeiten und Vorurteilen fällen.

Im Herbst 2016 hat Deutschland für die START-Stiftung aufgerundet. Insgesamt sind €300.000 zusammengekommen, mit den zugewanderte Schülerinnen und Schüler durch umfassende Bildungsstipendien unterstützt werden.

>> Weitere Informationen zu unserem 22. Förderprojekt START-Stiftung

>> DEUTSCHLAND RUNDET AUF im Dialog: Neustart. Zuwanderung als Chance für unser Land.

>> Neustart für Ratena

 

 

 

 

Tina BeckToleranz kann man lernen