Seid euch bewusst darüber, welches Problem ihr lösen wollt!

Noch bis zum 31. Oktober 2018 können sich gemeinnützige Organisationen für eine Förderung durch DEUTSCHLAND RUNDET AUF bewerben. Aus diesem Anlass sprachen wir mit jemandem, der unser Bewerbungsverfahren schon einmal – erfolgreich – durchlaufen hat: Julian Buning von buntkicktgut – interkulturelle straßenfußball-ligen, koordiniert das buntkicktgut-Netzwerk und hat den Berliner Standort mit aufgebaut und entwickelt.

 

DRA: Wie seid ihr auf die Möglichkeiten einer Förderung von DEUTSCHLAND RUNDET AUF (DRA) aufmerksam geworden?

Julian Buning: Wir haben über Beiträge in sozialen Netzwerken sowie durch Empfehlungen der Social Entrepreneurship Akademie in München von der Förderung durch DEUTSCHLAND RUNDET AUF erfahren.

 

Warum habt ihr euch um eine Förderung von DRA beworben?

Die Idee zu buntkicktgut entstand bereits vor 20 Jahren aus der Betreuungsarbeit von Kindern und Jugendlichen in Münchner Gemeinschaftsunterkünften für Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylbewerber. Aufgrund zunehmender Nachfrage aus anderen Städten sind wir seit 2013 dabei, das Münchner Modellprojekt mit lokalen und überregionalen Trägern auch in anderen Kommunen bundesweit zu etablieren und u.a. über die Ausbildung von Street Football Workern miteinander zu vernetzen. So war es auch bei unserem Standort in Berlin, mit dem wir uns bei DEUTSCHLAND RUNDET AUF für eine Förderung beworben haben. Wir waren von Beginn davon überzeugt, dass die Methode und unser Konzept auch in anderen Städten, Kommunen, Kontexten und bei unterschiedlichsten sozialen Problemstellungen funktioniert. Für den Aufbau eines neuen Standorts mit einem ganzjährigen Angebot ist ein starker Partner zwingend erforderlich. Die Förderkriterien von DEUTSCHLAND RUNDET AUF entsprechen unseren Zielen. Deswegen waren wir von Beginn davon überzeugt, dass wir durch unsere Bewerbung einen Beitrag zur Förderung von Armut betroffener Kinder in Deutschland (mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund) leisten und durch die bewährte Methode von buntkicktgut bei vielen Kindern und Jugendlichen eine positive soziale Wirkung erzielen könnten.

 

Was war für euch schwierig, was hat euch besonders gut an der Zusammenarbeit mit DRA – von Bewerbungsprozess bis Mittelabruf – gefallen?

Grundsätzlich war die Bewerbung ein sehr aufwändiger Prozess, jedoch haben wir durch die Begleitung von dem DEUTSCHAND RUNDET AUF-Team selbst viel mitnehmen können und haben dadurch unser Vorhaben noch besser strukturieren können. Die Einteilung in die Meilensteine war und ist für uns sehr hilfreich, da diese uns selbst eine Überprüfung unserer Arbeit geben und zugleich eine fortlaufende Kommunikation ermöglichen. Besonders gefallen hat uns bei der Partnerschaft das uns entgegengebrachte Vertrauen in unsere Arbeit und die Freiheit in der Gestaltung unserer Angebote.

 

Welche Ziele konntet ihr mit der Förderung von DRA umsetzen?

Durch die Förderung von DEUTSCHLAND RUNDET AUF konnten wir neue personelle Strukturen aufbauen und dadurch die Methode „Street Football Work“ mit Fokus auf Geflüchtete in Berlin ausbauen. Darüber hinaus haben wir unsere Angebote im Liga-Betrieb mitsamt der Partizipation und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen verfestigen können (Ausbildung von Schiedsrichtern, regelmäßiger Liga-Rat, Street Football Worker, Jugend-Orga-Teams, Vermittlung zu Ausbildungsplätzen und Bildungsangeboten). Wir haben uns durch die Förderung in neuen Standorten etabliert und unser Netzwerk mit anderen sozialen Akteuren ausbauen können. Der Betrieb läuft nun erfolgreich in einer Sommer- und Winter-Saison und es finden zahlreiche wöchentliche Trainingseinheiten von ausgebildeten jugendlichen Trainern (Street Football Workern) statt. Diese Trainings finden auf Bolzplätzen, in Jugendzentren, Schulen und Flüchtlingseinrichtungen selbstorganisiert durch die Kinder und Jugendlichen, statt. Auf diese Weise konnten wir die Begegnung von zahlreichen Kindern und Jugendlichen – unabhängig von ihrer Lebenslage und ihrer kulturellen Herkunft – fördern und durch aktive Beteiligung im sportlichen Spiel darstellen, dass gegenseitiger Respekt, Toleranz und Fairness Voraussetzung für friedliche Interaktion sind. Wenn man die individuellen Entwicklungen der (oft jugendlichen) Trainier betrachtet, die sich seit mehreren Jahren bei uns engagieren, macht uns das sehr stolz.

 

Habt ihr Tipps, die ihr zukünftigen Bewerber*innen gerne mitgeben würdet?

Seid euch bewusst darüber, welches Problem ihr lösen wollt und welche Schritte dafür erforderlich sind. Bindet eure Zielgruppe in das Vorhaben mit ein. Seid überzeugt von eurem Angebot, überprüft es permanent aber vertraut auch in bewährte Modelle. Der enge Austausch mit Mitarbeitern von DEUTSCHLAND RUNDET AUF kann bei der Strukturierung und der finalen Ausrichtung des Angebots sehr hilfreich sein.

 

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