Spendenziel – das wollen wir schaffen!

Das Jugendwerk benötigt 250.000 Euro, um die Angebote für Kinder und Jugendliche an den bestehenden Standorten aus- und drei neue Standorte in Wilhelmshaven, Aurich und Jever aufzubauen. 50 Jugendliche werden als Multiplikator_innen ausgebildet. Innerhalb von drei Jahren werden sie insgesamt 800 Aktivitäten für Kinder und Jugendliche in der Region anbieten und weitere Jugendliche zu Multiplikatoren ausbilden. Bis zu 600 Kinder und Jugendliche erreichen wir dadurch.

Das gesellschaftliche Problem: Ins Abseits gedrängt

Vor 24 Jahren traf auf einem Spielplatz in Wittmund, Ostfriesland, Jruij Ils, Sozialpädagoge und Sportlehrer aus Russland zufällig auf ein Dutzend „herumlungernde“ Jugendliche mit Migrationshintergrund. Sie wussten mit ihrer Freizeit nichts Sinnvolles anzufangen. Sie waren mit ihren Familien aus Russland zugewandert und nun plötzlich im Alltag der ostfriesischen Kleinstadt angekommen. In einer ländlichen Region, in der sich alle kennen und man heraussticht, wenn man fremd ist. In der es wenige Angebote für Jugendliche gibt. Und in der es schwer ist, Anschluss zu finden, wenn man nicht Plattdeutsch spricht und den Volkssport „Boßeln“ nicht beherrscht. Die Jugendlichen waren gelangweilt und frustriert.

Um sich davon nicht herunterziehen zu lassen, fingen sie an, gemeinsam und mit Jurijs Hilfe Sport zu treiben. Daraus entwickelten sich regelmäßige Freizeitaktivitäten, wie BreakDance, Medien- und Musikgruppen. Jurij gab diesen Aktivitäten einen Rahmen, indem er kurzerhand einen Sportverein für Integration gründete. Die Kinder und Jugendlichen tauften sich „Jugendwerk“. Um Anschluss an die Einheimischen zu finden, luden sie ihre Klassenkameraden oder Nachbarskinder ein.

Jugendwerk: Brücken bauen und Konflikte vermeiden

Jugendwerk will Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrungen die Integration in ihr soziales Umfeld ermöglichen. Der Bedarf an integrativer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist besonders mit der wachsenden Zahl an Geflüchteten in der Region nach wie vor sehr hoch.

Um dies zu erreichen, macht Jugendwerk Angebote für gemeinsame Freizeitaktivitäten: Kinder mit und ohne Migrationshintergrund üben gemeinsam Hip-Hop oder legen einen Garten an, lernen Instrumente, geben Gitarrenkonzerte im Altenheim, Kochen zusammen, fahren auf Kanu-Ausflüge oder zu einer nahegelegenen KZ-Gedenkstätte. Allen Aktivitäten gemeinsam sind zwei Dinge: das Zusammengehörigkeitsgefühl über sämtliche Unterschiede hinweg und der Grundsatz, mit einfachen Mitteln, aber viel Engagement etwas Lebendiges heranwachsen zu lassen.

Die Aktivitäten verbreiten sich nach dem Graswurzelprinzip: unter Mentoring der Vereinsführung werden Jugendliche ab 16 Jahren zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geschult. Sie bringen anderen Jugendlichen und Kindern etwas bei, das sie häufig selbst im Jugendwerk gelernt haben oder aus ihrem Familienalltag kennen.

MultiplikatorIn werden

Während der einjährigen Qualifizierung zum Multiplikator oder zur Multiplikatorin werden den Jugendlichen notwendige sozialpädagogische Kenntnisse in Theorie und Praxis vermittelt. Die Ausbildung erfolgt vor Ort. Theoretische Unterweisungen wechseln mit der Planung, Organisation und Durchführung von Initiativen. Jugendliche lernen, selbstständig integrative medien-, musik- sowie sport- und erlebnispädagogische Bildungsangebote zu planen, zu initiieren und in Einrichtungen der Jugendhilfe umzusetzen. Die Jugendlichen arbeiten jeweils zu zweit als Team zusammen und organisieren gemeinsam zwei Initiativen in ihrer Stadt und dem ländlichen Umfeld. Die gegenseitige Unterstützung der Teams wird bewusst gefördert.

Statement des Experten-Gremiums von DEUTSCHLAND RUNDET AUF

„Wir haben uns für die Förderung des Jugendwerkes entschieden, weil sich im Rahmen des Projektes Kinder und Jugendliche gegenseitig Kompetenzen vermitteln. Hinzu kommt ein inklusiver Ansatz, dem ein hohes Integrationspotenzial innewohnt. Das Projekt hilft Kindern und Jugendlichen, ihren Platz in der Gemeinschaft zu finden und stärkt und beflügelt damit nicht nur die Kinder, sondern bereichert das gesamte Umfeld, in dem sie sich bewegen.“

Hintergrundinformationen

christina.franzenJugendwerk