HIPPY Deutschland: Fit für die Schule!

Unser Förderprojekt von Dezember 2012 bis März 2013

Förderung sozial benachteiligter Vorschulkinder durch gezielte Schulung der Eltern. Mit € 276.276 werden 10 neue Standorte eröffnet. Dadurch erhalten 600 Vorschulkinder die Chance auf einen guten Schulstart.

Kinder aus Zuwandererfamilien haben deutlich geringere Chancen in Deutschland einen regulären Bildungsweg zu durchlaufen als Einheimische. Dies hängt allem voran stark vom sozio- ökonomischen Hintergrund ab. Dabei hat fast jeder 5. Mensch in Deutschland einen Migrationshintergrund (ca. 15,7 Mio.), wobei hiervon 3,4 Mio. Kinder im Alter zwischen 0-14 Jahren sind. Zudem haben knapp 30% aller deutschen Familien mit Kindern einen Migrationshintergrund.Kinder bzw. Jugendliche mit einem Migrationshintergrund verlassen die Schule zu über 50% höchstens mit einem Hauptschulabschluss (26% bei Kindern ohne Migrations-hintergrund). Nur 13% dieser Kinder erreichen die Hochschulreife (34% ohne Migrationshintergrund). Somit geraten Kinder aus Zuwanderungsfamilien oder Familien in schwierigen Lebenssituationen schnell ins Bildungsabseits. Durch mangelnde Sprachkenntnisse, zu geringe vorschulische Förderung und Nichtwissen der Eltern, welche Unterstützung und Förderung sie erhalten können und wo, sehen sich viele Eltern nicht in der Lage, ihren Kindern die Chancen zu geben, die sie ihren Kindern eigentlich wünschen. So entstehen in der Entwicklung der Kinder bereits frühzeitig Defizite, Misserfolgserfahrungen, Versagensängste und Frustrationen, die sich mit der Einschulung und negativen Erfahrungen im ersten Schuljahr nur verstärken.

HIPPY steht für „Home Instruction for Parents of Preschool Youngsters“ und bedeutet frei übersetzt „Hausbesuchs-programm für Eltern mit Vorschulkindern“. Das Programm HIPPY ist an sozial schwächere und bildungsferne Eltern und deren 3-bis 6-jährige Kinder gerichtet. In solchen Familien bereitet die angemessene Förderung der Kinder aufgrund der aktuellen Lebenssituation oft Schwierigkeiten. Bei diesen Kindern besteht demnach bereits in den frühen Lebensjahren ein erhebliches Risiko für einen Entwicklungsrückstand. Die Konzeption von HIPPY fokussiert auf die Nutzung und Erweiterung vorhandener Kompetenzen und Ressourcen sowie die Stärkung der Eigenverantwortung der Familien: Denn Eltern sind die ersten und wichtigsten Lehrer ihrer Kinder. Einmal wöchentlich erhalten die Familien bei sich zu Hause oder in Gruppentreffen Anleitungen für verschiedene Spiel- und Lernaktivitäten, mit dem Ziel, deutsche Sprachkenntnisse zu verbessern, die Kinder fit für die Schule zu machen und somit ihre Chancen und Perspektiven für die Zukunft zu erhöhen. Denn der Erfolg in der Schule beginnt zu Hause, direkt in den Familien. Diese Laien-Helferinnen, vorzugsweise Mütter aus dem gleichen Kulturkreis und/oder sozialen Umfeld, übernehmen so nicht nur eine wichtige Vorbildfunktion, sondern können die Probleme und Ängste der Eltern glaubhaft nachvollziehen. Diese Kommunikation „auf Augenhöhe“ erleichtert es den Familien Hilfe anzunehmen und schafft Vertrauen.


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